KKH und BKK Allianz wollen fusionieren
Im deutschen Krankenversicherungsmarkt geht ab Anfang des Jahres 2009 ein neues
Bündnis an den Start: Die Kaufmännische Krankenkasse - KKH, viertgrößte
bundesweite Krankenkasse, und die Betriebskrankenkasse der Allianz
Gesellschaften BKK Allianz planen zu fusionieren.
Vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbs wollen die
gesetzlichen Krankenversicherer mit diesem Schritt ihren Marktanteil sichern und
ausbauen. Die neue Kasse soll KKH I Allianz heißen. Die Allianz Private
Krankenversicherung wird exklusiver Produktpartner für die private
Zusatzversicherung. Der Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen gewinnt
im Zuge der Gesundheitsreform an Schärfe. "Der Erfolg einer Kasse wird zunehmend
davon abhängen, wie gut sie mit gezielten Angeboten und überzeugendem Service
die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllt", erläutern Ingo Kailuweit,
Vorstandsvorsitzender der KKH, und Vize Rudolf Hauke die Gründe für den
Zusammenschluss. "Marktstärke, Verhandlungsmacht gegenüber Leistungserbringern
sowie der Verbund mit einem leistungsstarken Kooperationspartner spielen hierbei
eine wichtige Rolle. Diese Faktoren werden darüber entscheiden, wer künftig eine
führende Rolle am Krankenversicherungsmarkt in Deutschland spielt."
Kundenorientierung, Innovationsstärke, Wachstum und Kostenführerschaft – das
sind die Ziele, die die beiden gesetzlichen Krankenkassen mit der Fusion
anstreben.
Die neu entstehende Kasse KKH I Allianz mit künftig mehr als zwei Millionen
Versicherten wird als Ersatzkasse auftreten. "Unsere Häuser verbindet ein hohes
Maß an Kundenorientierung, ein gemeinsames Verständnis von moderner
Gesundheitsversorgung und eine solide finanzielle Ausgangssituation zum Start
des Gesundheitsfonds", sagt Stefan Haslauer, Vorstand der BKK Allianz. Er ist
davon überzeugt, dass die Fusion viele Vorteile bietet: "Durch den
Zusammenschluss mit der viertgrößten bundesweit tätigen Kasse sichern wir
unseren Versicherten den Zugang zu herausragenden Versorgungs- und
Leistungsangeboten. Die Kaufmännische gilt als Vorreiter für innovative
Behandlungsmethoden und Gesundheitsprogramme." Die neue Kasse werde außerdem vom
Image und von der Bekanntheit der Marke Allianz profitieren. Bereits im Januar
2009 soll die Kooperation mit der KKH starten. Die Fusion der beiden
gesetzlichen Kassen ist für April 2009 vorgesehen. Die BKK Allianz, seit dem
Jahr 2001 bundesweit für alle gesetzlich Krankenversicherten geöffnet,
kooperiert bereits jetzt eng mit der Allianz Privaten Krankenversicherung, die
mit rund 2,4 Millionen Kunden zu den führenden privaten Krankenversicherern in
Deutschland gehört. "Die anerkannt gute Positionierung im
Zusatzversicherungsgeschäft der Allianz Privaten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor
für die künftige Zusammenarbeit", finden Haslauer und Kailuweit. Auch Dr. Ulrich
Rumm, Vorstandsvorsitzender der Allianz Privaten Krankenversicherung, ist von
der Partnerschaft überzeugt: "Der Schutz der Gesundheit wird für die Menschen in
Deutschland immer wichtiger. Kunden der gesetzlichen Krankenkassen wünschen sich
daher verstärkt, ihre Versicherung individuell zu ergänzen. Insofern ist auch
für unser Unternehmen die Kooperation mit einer großen und noch größer werdenden
Krankenkasse von elementarer Bedeutung."
Unter einem einheitlichen Marktauftritt wollen die drei Partner vor allem auch
bei der Produktentwicklung, der Kundenbetreuung und dem Service eng
zusammenarbeiten. Die Mitglieder der neuen KKH I Allianz werden neben dem
breiten Leistungsangebot bestehender Zusatzversicherungsprodukte der Allianz
Privaten zukünftig auch exklusive Produktangebote erhalten. "Mit unserem Bündnis
streben wir eine zukunftsweisende Gesundheitsabsicherung für unsere Kunden an",
sagt Rumm. Ich bin davon überzeugt, dass eine aufeinander abgestimmte
Ausrichtung der traditionell unterschiedlichen Gesundheitssysteme der
gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung unseren gemeinsamen
Kooperationskunden deutliche Vorteile sichern wird." "Wir erwarten mittelfristig
große Veränderungen auf dem Gesundheitsmarkt, die wir gemeinsam aktiv gestalten
wollen", erklärt Ingo Kailuweit weiter. "Um für sich ändernde Kundenansprüche
und für den Wandel im Gesundheitsmarkt gerüstet zu sein, wollen wir jetzt die
Weichen für zukunftsweisende Geschäftsmodelle stellen."
Gemeinsames Fazit der Vorstände: "Mit KKH, BKK Allianz und mit Allianz Privater
haben sich starke Partner gefunden, die eine gemeinsame Vision – neue
Versorgungs- und Serviceangebote für den Krankenversicherungsmarkt der Zukunft –
verfolgen. Gemeinsam werden wir die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung
in Deutschland bestens meistern." Wichtige Botschaft an die Beschäftigten: Im
Rahmen der Gespräche zwischen KKH und BKK Allianz wurde vereinbart, im Rahmen
dieser Fusion keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen auszusprechen. Im
Gegenteil: Durch den Zusammenschluss soll die Wettbewerbsfähigkeit der neuen
Krankenkasse und somit auch die Sicherheit der Arbeitsplätze der fusionierten
Kasse steigen.
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